Schreibblockaden überwinden

Ob beim Schreiben eines Romans, eines Newsletters, einer Haus- oder Abschlussarbeit, ja selbst beim Gaming tritt dieses Problem auf: Eine Schreibblockade überwinden, wie geht das? Diese Frage wollte ich für mich endgültig beantworten – natürlich schreibend.

Eine Schreibblockade überwinden, das geht auf drei verschiedene Weisen. Sie lassen sich wie folgt einteilen: 1) geistige Methoden, 2) körperliche Betätigungen, 3) sozialer Austausch. Oft ist es eine Kombination mehrerer Maßnahmen, die zur Lösung von Schreibblockaden beiträgt.

Welche Maßnahmen das im Einzelnen sind, werde ich in diesem Beitrag besprechen – und 10 Tipps geben, wie sich eine Schreibblockade überwinden lässt. Vorweg die wichtigsten Grundlagen: Was ist überhaupt eine Schreibblockade und wie entsteht sie?

Was ist eine Schreibblockade?

Eine Schreibblockade ist eine mentale Hemmung, die uns daran hindert, die Arbeit an einem Text fortzusetzen. Sie tritt als meist plötzliche Einfallslosigkeit auf. Diese gefühlten Barrieren im Kopf gibt es auch bei anderen kreativen Tätigkeiten. Dann ist von einer Kreativblockade die Rede.

Es sind Barrieren zwischen unserem Denken und dem Raum der Ideen. Scheinbar bleibt uns auf einmal der Zugang verwehrt, als hätten wir den Schlüssel verloren. Solche Blockaden kommen gerade beim Schreiben häufig vor, weil diese Tätigkeit ganz besondere Eigenschaften mit sich bringt.

Wenn wir bei anderen Tätigkeiten nicht weiterkommen, fallen uns gleich mehrere mögliche Lösungen ein, die wir aktiv angehen können.

Finden wir zum Beispiel den Autoschlüssel nicht, gehen wir im Gedächtnis unseren Tagesablauf durch oder stellen die Wohnung auf den Kopf. Kriegen wir eine Sache nicht aufgebaut oder repariert, drehen und wenden wir sie und setzen Bauteile anders zusammen. Wenn das Herumschrauben nicht hilft, schlagen wir in der Anleitung nach oder befragen das Internet, das ja fast immer eine Lösung hat.

Genau das hast du nun auch getan, um deine Schreibblockade überwinden zu können. Eine kluge Entscheidung. Gerade beim Schreiben ist diese Option gar nicht so naheliegend – denn die besonderen Eigenschaften, die beim Schreiben wie bei kaum sonst einer Tätigkeit in scheinbar fester und notwendiger Kombination vorkommen, sind folgende.

Die besonderen Eigenschaften des Schreibens

Erstens: Wir sind körperlich untätig, bis hin zum fixierten Blick aufs weiße Blatt Papier oder den blinkenden Cursor. Zweitens: Wir sind geistig fokussiert – aufs verflixte Blatt Papier oder diesen blöden Cursor. Das ist unsere Baustelle, da müssen wir ran.

Schreiben hat in diesem Sinne etwas Meditatives, indem wir unsere Gedanken immer wieder zu einer bestimmten Sache zurückführen wollen. Nur ist es in diesem Fall nicht die Atmung, sondern die Fortsetzung des Textes, des Absatzes, dieser einen Zeile.

Rein intuitiv scheint es beim Schreiben keine Lösung zu sein, mal woanders nachzuschauen wie beim Schlüsselsuchen. Oder den Laptop zu drehen, als sei der das Problem. Die Lösung muss hier liegen, an dieser einen Stelle, an der ich nicht weiterkomme.

Wie entsteht eine Schreibblockade?

Allgemein gilt, dass eine Schreibblockade auf zwei Weisen entstehen kann. Zum einen durch psychischen Druck, der wiederum durch innere und äußere Ursachen zustande kommt. Zum anderen durch inhaltliche Lücken, die sich aus einem Mangel an Anregungen, Struktur oder Kenntnisse über ein Thema ergeben.

Psychische Schreibblockaden

Innere Ursachen für Druck sind meist ein zu hoher Anspruch an sich selbst, bis hin zum Perfektionismus. Das ist der Drang, alles nicht irgendwie, sondern perfekt machen zu müssen, so gut wie irgend möglich! Doch Perfektionismus ist nicht immer Ursache, sondern zuweilen selbst ein Symptom.

Was Perfektionismus verursacht, kann zum Beispiel das Impostor-Syndrom sein. Damit ist ein Gefühl gemeint, das wir oft auf öffentliche Situationen beziehen. Das Gefühl, dass ich nicht so gut in einer Sache sei, wie die Leute um mich herum – vor allem: Nicht so gut, wie die anderen über mich glauben.

Das Imposter-Syndrom bezeichnet die Angst, der Hochstapelei bezichtigt werden zu können. (»Impostor« heißt im Englischen »Hochstapler«.) Kann es so etwas auch bei einsamen Tätigkeiten wie dem Schreiben geben, während wir mit uns allein sind? Natürlich. Denn in unserem Kopf sind wir selten allein.

Im Kopf vergleichen wir uns ständig mit anderen und spüren das erdrückende Gefühl: So gut werde ich niemals sein. Was bilde ich mir ein, schreiben zu können? Wer soll das lesen wollen? Die werden doch sofort merken, dass ich’s gar nicht kann, das Schreiben! Einmal angestoßen, sind solche Gedankenspiralen schwer aufzuhalten.

Äußere Ursachen für Druck können tatsächliche hohe Erwartungen sein, im Rahmen schriftlicher Prüfungen zum Beispiel. Ein typischer Grund für psychischen Druck ist auch Zeitdruck. Dabei können Fristen unter Umständen nicht nur zur Entstehung, sondern ebenso zur Lösung von Schreibblockaden beitragen.

Physiologische Ursachen

Wichtig: Übersehen wird oft, dass Schreibblockaden auch physiologische, körperliche Ursachen haben können. Zu wenig Bewegung und Schlaf zum Beispiel. Diesen Faktor zu unterschätzen, kann ernste gesundheitliche Folgen haben und wiederum auf die Psyche schlagen. Etwa in Form einer Depression.

Depressionen werden zuweilen als typisch oder gar inspirierend für kreative und insbesondere schreibende Menschen romantisiert – das ist Unsinn. Wer unter Depressionen viel zu schreiben vermag, schafft es nicht wegen, sondern trotz der Krankheit.

Und auf jede kreativ tätige depressive Person kommen unzählige, denen die Krankheit jegliche Kraft raubt, nicht nur zum Schreiben.

Deshalb, wenn als Grund für deine Schreibblockade ein körperlicher Grund naheliegend scheint, nimm den Verdacht ernst und achte auf deine Gesundheit.

Inhaltliche Schreibblockaden

Was Schreibblockaden infolge inhaltlicher Lücken anbelangt, etwa durch mangelnde Kenntnisse zum Thema unseres Textes, kann der Weg zur Lösung das Problem verstärken. Denn wie erlangen wir Kenntnisse? Klar, indem wir recherchieren, uns einlesen, mehr über unser Thema erfahren und lernen. Doch wie viel Input ist genug?

Wer auf diese Frage keine Antwort findet und stattdessen immer weiter sucht, nach neuen Aspekten und Bücher und Interviews und Websites zum Thema, droht dabei in eine Analyse-Paralyse abzugleiten. Das heißt: Vor lauter Ehrfurcht über die Komplexität und Tiefe eines Themas das Selbstvertrauen zu verlieren, überhaupt darüber schreiben zu können.

Soweit die verschiedenen Ursachen zur Entstehung von Schreibblockaden. Nun kommen wir zu den Lösungen. Denn sowohl gegen psychische und physisch verursachte als auch gegen inhaltliche Schreibblockaden lässt sich vorgehen.


Schreibblockade überwinden · 10 Tipps

Hier eine Übersicht mit zehn Tipps gegen Schreibblockaden. Drei davon sind eher geistige Methoden, drei eher körperliche Betätigungen und drei hängen mit sozialem Austausch zusammen. Zuletzt gibt’s einen Ninja-Tipp.

Hinweis: In der Episode Kreativblockaden crashen von unserem Podcast über kreatives Schaffen spreche ich mit dem Autor und Musiker Benny Reuse die folgenden Tipps im Einzelnen durch. Nützlich Ergänzung zur Lektüre!

1. Gönne dir eine Pause

Der einfachste Tipp vorweg: Mach ’ne Pause.

Eine berühmte Produktivitäts-Technik, die Pomodoro-Methode, hat das Element der Pause fest in sich verankert. Die Methode geht so: 25 Minuten fokussierte Arbeit, dann 5 Minuten kurze Pause. Diesen Vorgang vier Mal wiederholen und danach: eine lange Pause einlegen.

Wenn du es bisher noch nicht versucht hast und dich schon lange an den Tasten quälst, ohne wirklich was zu Tippen, ist es höchste Zeit für eine Pause. Egal, womit du sie verbringst. Bestenfalls aber eben nicht an den Tasten. Bring deinen Kopf mal auf andere Gedanken. Lass ihn vielleicht eine Nacht drüber schlafen.

Apropos Schlaf: Höre auf deinen Biorhythmus. Bist du eher Lerche oder Nachteule, also eher morgens fit oder nachtaktiv? Schreibe am besten dann, wenn dein Energie-Haushalt in Hochform ist.

Aber klar, Arbeitszeit, Kinder (apropos: hier gibt’s Papi-Tipps) oder andere Verpflichtungen können diesen netten Vorsatz leicht crashen. Viele Menschen sind froh um jedes Zeitfenster, das sich zum Schreiben ergibt. Was tun, wenn dann ausgerechnet in diesem Zeitfenster der Kopf dicht macht?

2 Schreibe etwas anderes

Ist die Blockade trotz Pause immer noch da oder nervt gerade dann, wenn eigentlich Zeit zum Schreiben wäre? Egal, schreib einfach! Und zwar etwas anderes als eigentlich geplant.

Beweise dir selbst, dass du es draufhast. Lockere deine Finger und Gedanken. Spüre das gute Gefühl, Sätze zu formen und Absätze zu beenden. Sei’s nur ein Tagebuch-Eintrag oder eine E-Mail. Vielleicht lässt sich dein Hirn austricksen und in »Schreibmodus« versetzen, ehe du dann plötzlich zu deinem eigentlichen Projekt übergehst.

Gute Gewohnheit: Schreibe jeden Tag erstmal eine feste Zahl von Wörtern. Ohne Bezug zu einem bestimmten Projekt, sondern frei von der Leber weg, als reinen Gedankenstrom. Populär sind 750 Wörter pro Tag (dazu gibt’s eine eigene Website, siehe: 750words.com).

Diese Übung soll in etwa den Effekt haben, den regelmäßiges Joggen oder Krafttraining für sportliche Leute hat: in Form bleiben, nur eben kreativ.

Tipp: Hier eine ausführliche Antwort auf die Frage: Was ist Kreativität? Darin erkläre ich unter anderem, warum nicht alle Menschen gleich kreativ sind.

3 Beginne mittendrin

Mein Podcast-Co-Host Benedikt Reuse, der Autor von Wem ein Gott verzeiht, schreibt auf eine Weise, die mir vorher nie wirklich in den Sinn gekommen ist: Er legt einfach irgendwo los, ist immer mittendrin in seinem Manuskript – und arbeitet nur an Szenen, die gerade zu seiner Stimmung passen.

Für jemanden wie mich, der gerne streng chronologisch arbeitet, ist die Idee einerseits irritierend. Andererseits kann diese Herangehensweise aber der entscheidende Befreiungsschlag sein. Denn was wäre leichter, dort loszulegen, wo deine Laune dich hinführt?

Pro-Tipp für Vielschreiber: Es kann helfen, an mehreren Schreibprojekte gleichzeitig zu arbeiten. Sören Kierkegaard hat’s so gemacht. Auch Niklas Luhmann hat nur an Texten gearbeitet, auf die er gerade Bock hatte. Das geht, wenn du immer ein paar verschiedene Projekte in der Pipeline hast.

4 Wechsel’ die Location

Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt’s bekanntlich an der Badehose. Und wenn du nicht schreiben kannst, sind ja vielleicht die Räumlichkeiten schuld. Zeit für einen Tapetenwechsel. Setze dich in Bewegung!(Komischer Ausdruck, eigentlich…)

Das geht geistig und körperlich: Schwing dich aufs Fahrrad und mach einen Ausflug, um im Grünen weiterzuschreiben. Oder flüchte dich in fremde Werke und Welten. Auch das ist eine Art von Ortswechsel, die sehr inspirierend sein kann (und sich gut mit Tipp 1 gegens Schreibblockade überwinden verbinden lässt, mal eine Pause machen).

Übrigens: Für Leute, die gerne mobil arbeiten und sich dazu vielleicht gar in die Natur begeben wollen, gibt’s hier Tipps rund um Laptops nur zum Schreiben und Surfen.

5 Spaziergang, Spiel oder Sport

Sport kurbelt die Pumpe an. Zur Not tut’s auch Spazieren gehen. Bring deine Durchblutung in Gang und deinen Kopf auf andere Gedanken. Neben der körperlichen Betätigung kann eine spielerische Komponente sehr erfrischend sein.

Erinnern wir uns früher. Haben Kinder das Problem einer Kreativblockade? Nö, sie lassen einfach den Stift liegen und widmen sich wieder dem Kind sein. Es geht doch nicht über Spielen und Toben, um das Hirn mal zu rebooten.

Pro-Tipp: Wenn es dir liegt, kannst du deine Texte diktieren, statt zu schreiben. Das geht sogar beim Spaziergehen oder auf dem Stepper. So lässt sich die gedankliche Anregung durch Bewegung direkt nutzen. Dazu empfehlen sich Speech-to-Text-Apps wie Google Notizen, die deine Sprachnotizen direkt in Text verwandeln.

6 Tauche völlig ab

Wenn deine Schreibblockade inhaltliche Gründe hast, weil du einfach das Gefühl hast, nicht genug über dein Thema zu wissen, dann tauche ab. Der Fachausdruck für diesen Tipp heißt: Immersion, das Hineintauchen in etwas.

Gemeint ist der Tauchgang ins eigene Thema – durch intensive, kulturelle Auseinandersetzung damit. Lies Artikel und Bücher zu deinem Thema, schaue dir Dokus und Filme an, höre passende Musik oder Podcasts. Du kannst sogar verreisen, um deinem Thema näherzukommen.

Aus eigener Erfahrung: Als ich für ein größeres Romanprojekt mal ins Stocken geraten war, habe ich zwei Arten von Tauchgängen gemacht.

1) Ich habe eine Rundreise zu einigen wichtigen Schauplätzen meiner Geschichte unternommen, unter anderem an den Starnberger See und nach Genua.

2) Ich habe mich für ein Studium der Kulturwissenschaften (mit den Fächern Geschichte, Literaturwissenschaft und Philosophie) eingeschrieben.

Das waren zwei lebensverändernde Erfahrungen für mich. Sie haben mir nicht nur geholfen, meinen Roman fertig zu schreiben. Vor allem habe ich auf diese Weise mehr über mich selbst als schreibende Person gelernt.

Was ist es eigentlich, das mich am Schreiben so begeistert? Das weiß ich heute. (Aber die Antwort würde hier zu weit führen 😉 wer an Hintergrundwissen rund um mein kreatives Schaffen interessiert ist, einfach mal bei Patreon vorbeischauen.)

Immersion ist krasser als ein kleiner Tapetenwechsel oder Spaziergang. Doch ich kann es sehr empfehlen, wenn es um größere Schreibprojekte geht und das Schreiben in deinem Leben eine wichtige Rolle spielt.

7 Tausche dich aus

Sprich mit anderen über deine Blockade. Sei es über das Problem Schreibblockade überwinden allgemein, vielleicht erfährst du weitere gute Tipps. Das war, nehme ich mal an, der Grund, warum Benny das Thema überhaupt für unseren Podcast Schrott oder Schrein vorgeschlagen hatte.

Sehr bereichernd kann es auch sein, konkret über die Handlung oder das Thema der »problematischen« Textstelle bzw. Szene sprechen. Schreiberei hat viel mit Geheimnistuerei gemein. Wie wollen erst zeigen, woran wir so fleißig gearbeitet haben, wenn es fertig und perfekt ist. Dabei ist es so erfrischend, ein anderes Hirn anzuzapfen und sich neue Sichtweisen einzuholen. Trau dich dazu!

Im Zuge der Recherche ist dieser Schritt normal. Bei inhaltlichen Blockaden, klar, kannst du mich Menschen sprechen, die sich besser auskennen. Im Starnberger See zum Beispiel, da wollte ich ein paar Leichen verstecken – fiktive Leichen, natürlich, als Teil meiner Romanidee. Also habe ich mit einem Tauchlehrer gesprochen, der den See und seine Abgründe sehr gut kennt. Das war ein etwas seltsames, aber sehr hilfreiches Gespräch!

8 Commitment und Deadlines

In der Redaktionsarbeit gibt’s feste Deadline, die nicht verhandelbar sind. Um 12 Uhr ist Redaktionsschluss, dann geht die Zeitung in Druck. Bis dahin müssen alle Texte fertig sein. Keine Widerrede, so einfach.

Statt so harter, von außen gesetzter Deadline können auch selbstgesteckte Deadlines oder Verpflichtungen (commitment) helfen. Bestenfalls in Absprache mit anderen, zur sanften Erhöhung des Drucks.

Fürs kreative Schreiben gibt es Online-Challenges oder Real-Life-Meetups (siehe: Shut up and Write!). Dabei verabredest du dich mit anderen zum Schreiben. Mehr als andere Tipps ist diese Option sicher nicht für jeden Menschen geeignet, aber dafür für manche ganz besonders hilfreich.

Tipp: Mehr zum Thema selbstgesteckte Deadlines erfährst du im Beitrag Quantität vor Qualität.

9 Versetze dich in andere hinein

Ok, diesen Tipp habe ich nie selbst probiert und bin skeptisch, aber andere finden ihn hilfreich, drum will ich ihn hier mit aufnehmen.  Dr. Daniel Hunold nennt es (in seinem Video über Schreibblockaden im Studium) die X-Men-Technik. Muss aber nicht mit Mystique-Cosplay einhergehen, sondern funktioniert auch als reine Mindset-Sache, und zwar so:

Versetze dich in andere Personen hinein. Und zwar in solche, die bekanntermaßen keine Probleme mit Schreibblockaden, sondern vielmehr großen Erfolg mit dem Schreiben haben. Leute wie Stephen King oder J. K. Rowling, bei denen es schriftstellerisch einfach läuft.

10 Schau aufs große Ganze

Insbesondere bei längeren Schreibprojekten ist dieser Tipp der wohl wichtigste. Mach dir ein klares Bild vom großen Ganzen.

Gliedere deine Geschichte. Teile den gesamten Handlungsstrang in sinnvolle Kapitel ein und achte dabei auf eine funktionierende Dramaturgie. Hier kann es helfen, die Grundlagen der 3-Akt-Struktur zu lernen, um die Höhe- und Wendepunkte deiner Geschichte bestmöglich zur Wirkung kommen zu lassen.

Mir persönlich hilft es ungemein, mit einer Liste von Kapiteln oder Szenen anzufangen und ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel Raum oder Zeit ich zwischen einzelnen Plot Points (Wendepunkte) habe. So sehe ich klar vor mir, was alles passieren muss, um die Geschichte voranzutreiben.

Doch nicht nur beim fiktionalen Schreiben, auch beim Verfassen der Skripte für meinen ersten Onlinekurs hat mich diese Herangehensweise weitergebracht, als ich in eine Blockade geriet. Und beim Schreiben von Hausarbeiten gehört das vorherige Erstellen einer Gliederung ja sogar zum festen Workflow.

Dennoch bietet sich das fiktionale Schreiben für ein schönes Beispiel an. Darauf bin ich bei meiner Recherche zum Thema »Schreibblockade überwinden« gestoßen – in einem Videospiel.

Tipps gegen Schreibblockade aus Genshin Impact

Sorry vorweg an alle, die gerade in dieser einen Mission hängen und Spieltipps suchen. Die gibt’s hier nicht.

In dem Game Genshin Impact gibt’s einen Weltauftrag namens Storytelling Method, übersetzt mit: Tipps gegen Schreibblockade. Was erwartet uns da? Ein Schriftsteller namens Junkichi hat mal wieder Probleme mit dem Schreiben. Seine Idee für eine bestimmte Ninja-Szene besteht darin, dem Ninja einfach so viele Fähigkeiten zu geben, wie zum Meistern der Szene nötig ist. Es geht um den Einbruch in eine Festung.

Allerdings müssten dann all die Fähigkeiten, die dem Ninja für diese Aktion zugeschrieben würden, auch für den Rest der Geschichte gelten… funktioniert das?

Junkichis Freund (oder Verleger?) plädiert dafür, nicht so szenenfokussiert zu denken, sondern erstmal den Plot, also das grobe Handlungsgerüst aufzubauen. Der Autor hält dagegen: »Nein, nein, erstmal schreibe ich die Szenen, dann bastel’ ich mir die Handlung zusammen.« Doch mit dieser Taktik kommt Junkichi nicht weiter.

Der Dialog im Game läuft auf folgenden Gedanken hinaus:

Schreibblockaden ergeben sich, wenn man sich nicht frühzeitig festlegen will. Ein erzählerisches Hilfsmittel sind künstliche Begrenzungen und Festlegungen. Das muss nicht nur die Handlung betreffen, von der wir uns im Voraus überlegen, wo sie hinführen soll. Es kann auch die physikalischen oder gesetzlichen Regeln in der Welt betreffen, in der deine Geschichte spielt.

Überlege dir vorher, wie deine Welt funktionieren und worauf deine Handlung hinauslaufen soll. Ohne solche erzählerischen Hilfsmittel, die uns als Kreative im Zaum halten, prallen die verschiedenen Bausteine einer Story nur wild zusammen. Wenn das passiert, verliert man am Ende die Kontrolle, wie es in Genshin Impact so schön auf den Punkt gebracht wird. Sowas erschöpft nur, egal, woran du schreibst.


Schreibblockade überwinden · Fazit

Es gibt nicht das eine Wundermittel, um eine Schreibblockade überwinden zu können. Stattdessen aber einen bunten Strauß an Lösungen. Was für dich am besten funktioniert, musst du selbst ausprobieren.

Mich begleitet das Problem seit meiner Jugend – und auf jeder Station meines Werdegangs als Schreiberling habe ich gelernt, dass es immer Wege gibt, Blockaden zu überwinden. In diesem Sinne: Auch dir gutes Gelingen dabei und weiterhin frohes Schaffen beim Schreiben!

Tipp: Bist du überhaupt im Stande dazu, ein Buch zu schreiben? Hier ein kleiner Test samt Übungen.

Feedback und Fragen und vor allem eigene Erfahrungen gerne in die Kommentare. Hast du noch weitere Tipps zum Thema »Schreibblockade überwinden«? Nur her damit!

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